Wissenswertes

Stimmen

Prominente Künstlerpersönlichkeiten äußern sich zu ihrem ganz persönlichen Verhältnis zu Georg Philipp Telemann.

Paul Dombrecht
Michi Gaigg
Reinhard Goebel
Ludwig Güttler
Nikolaus Harnoncourt

Wolfgang Hirschmann
Felix Koch
Dorothee Oberlinger
Siegfried Pank
Burkhard Schmilgun

Peter Schreier
David Stern

Paul Dombrecht (Interpret)

Erinnern Sie sich an Ihre erste Begegnung oder ein besonderes Erlebnis mit Telemanns Musik?

Als 16-jÄhriger Anfänger auf der (modernen) Oboe kam ich schon bald in Kontakt mit den Oboensonaten, der „Kleinen Cammer-Music“ und weiterer Kammermusik (mein Vater war Organist, und ich erinnere mich, die Triosonate in Es-Dur mit obligatem Cembalo, hier mit Orgel, auf Schallplatte aufgenommen zu haben). Auch mit Freunden war Telemanns Kammermusik immer präsent. Später, mit der Barockoboe, entstanden etwa 12 eigene Schallplatten und CDs mit Oboensonaten, Trios und Quartetten. Mitspieler waren Barthold Kuijken, Robert Kohnen, Frans Bruggen, Gustav Leonhard, Richte van der Meer, René Jacobs etc. Auch von meinem Ensemble „Il Fondamento“ gibt es CDs mit Ouvertürensuiten, Oboenkonzerten und eine Aufnahme mit Weihnachtskantaten.

Welche Komposition(en) Telemanns würden Sie mit auf die legendäre einsame Insel nehmen?

Sicher die Oboenkonzerte. Die Kontraste zwischen den langsamen und den schnellen Sätzen sind sehr typisch für Telemanns Schaffen. Dramatik ohne Übertreibung, aber immer sehr rhetorisch und lebendig und ganz frisch.

 

Worüber würden Sie sich mit Telemann bei einem Glas Wein gern unterhalten wollen?

Lieber Herr Telemann, was hat Sie dazu gebracht, so viel zu komponieren und die Musik doch jedes Mal so frisch und mit neuer Phantasie klingen zu lassen?
Warum haben Sie die Oboe gewählt, um die schönste Instrumentalmusik zu komponieren in Sonaten, Konzerten, Ouvertürensuiten etc.?

Was hat Telemann, was andere nicht haben?

Eine unvorstellbare Phantasie, immer überraschend.

Die Volksmusik (vor allem die polnische) hat er wie niemand so lebendig und mit gutem Geschmack „bearbeitet“. Die Dramatik, auch in seiner Instrumentalmusik, ist ganz besonders, es geht nie zu weit, bleibt immer rhetorisch und leicht. Die Rezitative (secco sowie accompagnato) in Kantaten und Oratorien sind vielleicht die besten, die man finden kann in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

[Quelle: Telemann aus Magdeburg. 50 Jahre betont. Programmheft der Magdeburger Telemann-Festtage, 9.-18. März 2012, S. 62.]

http://www.ilfondamento.be/